
1903
Gründung kath. Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder in Paderborn – Übernahme von Vormundschaftschaften durch ehrenamtlich tätige Mitglieder.

1913
Eintrag ins königliche Vereinsregister.
Einweihung und Umbau von Ausbildungsstätte Widey.

1920 -1930
Politische Einflussnahme der Vereinsgründerin Agnes Neuhaus auf viele Gesetze der Wohlfahrtspflege.


1929
Behördliche Anerkennung als Adoptions- und Pflegekinderdienst.

1968
Namenänderung in Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Ortsverein Paderborn.
1977
Gründung der Beratungsstelle für Frauen und Familien in Not- und Konfliktsituationen, bedingt durch Schwangerschaft – heute Katholische Schwangerschaftsberatung.
1980
Angebot sozialpädagogischer Pflegestellen (später Westfälische Pflegefamilien).
1980/1981
Hiltruper Missionsschwestern verabschieden sich aus Widey.
1981
Gründung Schutzhaus für Frauen in Not – heute Frauenhaus Salzkotten.

1983
Gründung Sonderschule für Erziehungshilfe in Haus Widey – heute Förderschule Haus Widey.

1990
Eröffnung Beratungsstelle Belladonna bei häuslicher und sexualisierter Gewalt.
1998
Kinderschaftsreformgesetz mit wesentlichen Änderungen der Beratung im Kontext von Trennung und Scheidung – Ausbau von Trennungs- und Scheidungsberatung.
2004
Einweihung Neubau Förderschule Haus Widey.
2020
Ausbau Ambulant Betreuten Wohnens im Rahmen von Eingliederungshilfe.
2024
Gründung Agnes-Neuhaus-Berufskolleg und Förderberufskolleg Büren.
2025
Umzug Geschäftsstelle und Beratungsdienste in das SkF-Beratungshaus.
Soziale Unterstützung für Frauen, Kinder und Familien – Engagement seit über 120 Jahren
Engagierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen seit mehr als 120 Jahren sozial Benachteiligte, Hilfebedürftige und Personen, die Gewalterfahrungen ausgesetzt sind. Unzählige Frauen, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen wurden persönlich beraten, unterstützt und auf ihrem individuellen Weg begleitet.
Unser christliches und soziales Handeln stand zu jeder Zeit unter dem Einfluss der jeweiligen gesellschaftlichen Werte- und Lebensvorstellungen.
In den ersten Jahrzenten war es das Ziel unseres Vereins, Mädchen und jungen Frauen in sozialer und wirtschaftlicher Not hilfreich beizustehen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. So fanden schwangere Mädchen und Frauen in Notsituationen den Weg zu uns. Viele sogenannte „schwer erziehbare“ und „gefallene Mädchen“ wurden bis weit in die 70er Jahre aus familiären, gesellschaftlichen und moralischen Zwängen in unsere Obhut gegeben.
Entwicklung moderner Pädagogik und sozialer Arbeit
Am 08. Juli 1913 wurde Haus Widey als „Zufluchtshaus“ eingeweiht. Die pädagogische Aufgabe in der „Erziehungsanstalt“ tätigten bis in die 80er Jahre die Missionsschwestern von Hlst. Herzen Jesu in Hiltup. Mädchen ab 14 Jahren lebten in Haus Widey zusammen mit den Schwestern in Wohngruppen. Darüber hinaus gab es einen Wohnbereich für Säuglinge und Kleinkinder. Die jungen Frauen und Mütter hatten früh die Möglichkeit, eine Berufsausbildung in der Ausbildungsstätte Haus Widey zu absolvieren.
Aus heutiger Perspektive reflektieren wir das pädagogische Vorgehen in den Nachkriegsjahrzehnten bis in die 70er Jahre kritisch. Die damalige Erziehung war vielfach gesamtgesellschaftlich geprägt von der Überzeugung, dass Menschen durch religiöse Erziehung, Strenge, Disziplin und zum Teil auch durch Einschüchterung und körperliche Arbeit auf den Weg der Tugend zurückgeführt werden können.
Mit der gesellschaftlichen Entwicklung professionalisierten sich Pädagogik und Soziale Arbeit. Wir entwickelten Konzepte und erlernten Methoden, die bis heute darauf zielen, Bewohnerinnen und Klientinnen durch Wertschätzung und Akzeptanz emotional zu stabilisieren und zu befähigen, das Leben mit seinen Herausforderungen eigenverantwortlich und selbstwirksam zu gestalten. Auch in unseren Schulen steht die individuelle Entwicklung der jungen Menschen zu einer selbstbestimmten und verantwortungsvollen Persönlichkeit an erster Stelle.
Unterstützung für Frauen, Mütter und ihre Familien in schwierigen Lebenslagen
Seit Vereinsgründung suchen Frauen mit ihren Kindern Zuflucht bei häuslicher und sexualisierter Gewalt bei uns. Bereits 1981 wurde unser Frauenhaus als verlässlicher Zufluchtsort eröffnet und seit 1990 bieten wir zudem für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte fachliche Beratung in unserer Beratungsstelle Belladonna an.
Wir unterstützen seit vielen Jahrzenten Mütter in schwierigen Lebenssituationen bei der Versorgung, Betreuung und Erziehung ihrer Kinder und bieten dafür geeignete stationäre und ambulante Rahmenbedingungen.
Mädchen, Frauen und Müttern mit psychischen Einschränkungen bieten wir stationäre und ambulante Unterstützung.
Für Kinder, die nicht bei Ihren Eltern aufwachsen können, suchen wir fürsorgliche und verständnisvolle Adoptiv- und Pflegeeltern und begleiten und unterstützen diese Familien durch unseren inklusiven Fachdienst.
Unsere Konzepte sind geprägt durch ein systemisch-lösungsorientiertes, alltagsnahes methodisches Vorgehen. Wir pflegen einen trauma-sensiblen und beziehungsorientierten Umgang mit den Menschen, die zu uns in unsere Einrichtungen und Beratungsstellen kommen.
„Da sein, Wege begleiten“ – ist für uns bis heute Motto und Motivation zugleich. Auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes achten wir die Würde, den Wert und die Einzigartigkeit jedes Menschen.
Ihre Ansprechpersonen
Transparenz und Aufarbeitung von Unrecht in der Vergangenheit
Es ist uns ein wichtiges Anliegen bei der Aufarbeitung und Benennung von Unrecht in unseren Diensten beizutragen und wir begegnen Anfragen (ehemaliger) Bewohner und Bewohnerinnen sowie Klienten und Klientinnen mit Offenheit und Wertschätzung. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Datenschutzregelungen unterstützen wir die Beantwortung persönlicher Fragestellungen, die im Zusammenhang mit einer (früheren) Unterbringung oder Betreuung durch den SkF stehen.
Martina Wiemers-Stelbrink
Corinna Hermwille
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